Nach einer Erkältung, einer Grippe oder einer anderen ansteckenden Erkrankung liegt das Kissen da und hat alles mitgemacht. Mehrere Tage Fieber, Schwitzen, Husten – das Kissen hat das alles aufgenommen. Die Frage, ob und wie gründlich man es danach waschen sollte, ist keine Übervorsicht. Sie ist berechtigt.
Warum normales Waschen nach Krankheit nicht immer reicht
Bei einem regulären Waschgang bei 30 oder 40 Grad werden Schmutz und Ablagerungen entfernt – aber nicht unbedingt alle Krankheitserreger. Viele Viren und Bakterien überleben niedrigere Temperaturen problemlos. Wer nach einer Erkältung das Kissen bei 30 Grad wäscht, hat ein sauberes Kissen – aber nicht zwingend ein desinfiziertes.
Das ist im normalen Alltag kein großes Problem. Nach einer ernsteren Erkrankung, nach einer Grippe, nach einer Magen-Darm-Infektion oder wenn im Haushalt Menschen mit geschwächtem Immunsystem leben, ist es aber ein Punkt, den man ernst nehmen sollte.
Die richtige Temperatur: 60 Grad als Zielwert
Bei 60 Grad werden die meisten Krankheitserreger – Bakterien, viele Viren, Pilzsporen – zuverlässig abgetötet. Das ist derselbe Temperaturbereich, der auch bei Milbenallergie empfohlen wird, und aus demselben Grund: Unter 60 Grad ist die Wirkung zu unsicher.
Voraussetzung ist wieder ein Blick auf das Pflegeetikett. Ist das Kissen für 60 Grad freigegeben, sollte man diese Temperatur nach einer Krankheit konsequent nutzen. Ist es nur bis 40 Grad zugelassen, hat man zwei Optionen: entweder dennoch bei 40 Grad waschen und auf vollständige Trocknung mit ausreichend Wärme im Trockner setzen – oder das Kissen in einem Waschsalon in einer großen Maschine bei der richtigen Temperatur waschen lassen.
Was nach dem Waschen genauso wichtig ist
Das Trocknen. Ein Kissen, das nach dem Krankheitswaschgang nicht vollständig durchtrocknet, bietet Restfeuchtigkeit – und das ist kontraproduktiv. Feuchtigkeit ist das Milieu, in dem sich Bakterien und Schimmelsporen am wohlsten fühlen. Wer auf Hygiene achtet, muss deshalb beim Trocknen genauso konsequent sein wie beim Waschen.
Trockner auf Schonprogramm, Trocknerbälle dazu, und wirklich so lange trocknen, bis das Kissen innen vollständig trocken ist. Das dauert bei einem Daunenkissen drei bis fünf Stunden – manchmal auch mehr. Zwischendurch aufschütteln und prüfen.
Wann man das Kissen besser ersetzen sollte
Wenn jemand längere Zeit schwer krank war und das Kissen intensiv benutzt wurde – zum Beispiel bei einer langen Grippe mit starkem Schwitzen über mehrere Tage – kann das Kissen trotz Waschen Gerüche oder Rückstände behalten, die sich nicht vollständig entfernen lassen.
Das ist keine Frage der Waschqualität, sondern eine Frage der Tiefe der Belastung. Wer nach dem Waschen merkt, dass das Kissen immer noch nicht frisch riecht, sollte ehrlich abwägen, ob ein Neukissen die bessere Entscheidung ist.
Der Kissenbezug nicht vergessen
Neben dem Kissen selbst sollte nach einer Krankheit auch der Kissenbezug – und idealerweise die gesamte Bettwäsche – bei 60 Grad gewaschen werden. Der Bezug hat den direktesten Kontakt mit dem Kranken gehabt und trägt die höchste Keimbelastung. Bezug und Kissen getrennt waschen, beide vollständig trocknen, und erst dann wieder zusammensetzen.
Diese Schritte klingen nach viel Aufwand. In der Praxis dauert das gesamte Prozedere kaum länger als ein normaler Waschtag – aber das Ergebnis ist ein Bett, das danach wirklich frisch und hygienisch einwandfrei ist.
